1. Old School - auch Oldschool, oder Old-School geschrieben :

Mit Old School bezeichnet man die frühen Seefahrer Motive, wie Segelschiff, Anker, Kanone und Palme, sowie die gleichzeitig bei Seeleuten modern gewordenen Tribal und Maori Motive, die sie von ihren Seereisen aus asiatischen Ländern mitgebracht hatten. Waren es zuerst Motive, deren Bedeutung mit der Überfahrt des Äquators zu tun hatten oder auf welchem Schiff man gefahren war, so wurden die Motive immer mehr auf die Sehnsüchte und Wünsche der Matrosen ausgerichtet. Neben Schiff und Schwert tätowierte man immer häufiger hübsche Mädchen, eine Palmen-Insel, aber auch ein Herz oder ein Kreuz. Old School hat auch die Bezeichnung Traditional .
Hauptmerkmal des Tattoostil Old-School: Kräftige Linienführung der Motiv Umrandungen. Motive aus der Zeit um 1900.

 2. New School - auch New-School oder Newschool geschrieben :

Der New School Stil wird in gleicher Art und Weise tätowiert wie der Old School Stil, jedoch mit jungen, modernen Motiven, zum Beispiel einem Handy, einem Computer oder einem Motiv aus dem Film Krieg der Sterne.
Hauptmerkmal des Tattoostil New School: Kräftige Linienführung der Motiv Umrandungen. Moderne Motive.

 3. Fantasy :

Zu den typischen Fantasy-Tattoo-Motiven gehören Elfen, Einhörner, Drachen, Zauberer, Hexen, Kobolde, Krieger, Monster, Fabelwesen aber auch Supermann und Spiderman, sowie Disney Figuren und die Figuren aus Herr der Ringe. Die Motive werden in den verschiedensten Motiv Varianten tätowiert.

 4. Asia :

Der Ausdruck Asia ist der Oberbegriff für japanische und chinesische Tätowierungen. Die beliebtesten und meist tätowierten Tattoo-Motive sind Drachen, Koi-Karpfen, Kirschblüten und Schriftzeichen. Ab und zu wird der Asia Stil auch mit dem Wort Oriental bezeichnet.

 5. Biomechanik :

Der Schweizer H.R. Giger hat mit seinen Maschine-Mensch-Vorlagen und -Skulpturen den Begriff Biomechanik ins Leben gerufen. Rein wissenschaftlich betrachtet, ist die Biomechanik die Lehre von der biologischen Fortbewegung. Sie untersucht also die Vorgänge innerhalb organischer Bewegungsapparate. In der Sciencefiction-Literatur bedeutet Biomechanik die Verbindung zwischen Mensch und Maschine. Heute zeigen die Biomechanik-Tattoos meist Motive von Haut-Öffnungen, hinter denen nicht Muskeln, sondern Maschinenteile sichtbar sind. Hinter Hautfetzen und offen liegenden Sehnen sieht man Kabel, Zahnkränze, Rohre, Spindeln, Schläuche, und immer wieder Metallteile, die für den Bewegungsapparat von Händen, Armen, Schultern oder Beinen zuständig sind. Das gekonnte Tätowieren der Motive mit Licht und Schatten lassen die mechanischen Teile mit einer beeindruckenden Tiefenwirkung erscheinen. Man hat das Gefühl, tatsächlich in die Maschinerie greifen zu können.
Hauptmerkmal: In der Biomechanik werden Maschinenteile oder Gegenstände dargestellt, die nicht aus Fleisch und Blut sind, aber den Eindruck erwecken, sie seien in bestimmten Bereichen Teil des menschlichen Körpers und innerhalb des Körpers unter der Haut.

 6. Tribal :

Wer das Tätowieren erfunden hat kann man heute nicht mehr feststellen, denn sowohl bei den urzeitlichen Indianern, den Wikingern oder in Asien und Afrika gibt es Nachweise, das sowohl die Körpermalerei wie auch das Tätowieren praktiziert wurde. Tribal-Motive aber haben in der Form, wie wir sie heute tätowieren, ihren Ursprung in den polynesischen Region. Sie gehören zu den ältesten und bekanntesten Tattoo Motiven und werden in der Regel in Blackworks tätowiert. Immer häufiger sieht man sie aber auch in black and gray.
Hauptmerkmal: Tribal sind in der Regel scherenschnittartige Symbole oder Ornamente, die fast immer in schwarz tätowiert werden.

 7. Schrift ( Lettering ) :

Ein sehr beliebtes Tattoo-Motiv ist die Schrift als Buchstabe, Wort, als ganzer Satz oder sogar als längerer Text. Hauptsächlich aber wird ein einziges Wort oder ein Datum verlangt. Sehr häufig ist der Name Mutter oder der Name eines Partners oder eines Kindes. Oft wird ein Wort in ein Banner gesetzt oder ist Bestandteil eines anderen Motives. Im Banner eines Leuchtturms steht meist der Name des Heimathafens. Im Banner eines Herzens steht oft der Name eines Partners. Im Banner eines Jungfrau Maria Tattoos findet man häufig den Namen der Mutter oder den Begriff Mutter. Die Hauptschrift ist eine altenglische Schreibschrift. Häufig wird sie vom Tätowierer leicht abgewandelt, behält aber ihre Ausdrucksform.

 8. Fauna - Tiere :

Fauna-Tattoos bzw. Tier-Tattoos gibt es von fast allen Tier-Gattungen. Die zierlichen oder verschmusten sind eher etwas für die Damenwelt, wie z.B. der Schmetterling oder die Haus Katze. Die starken oder wilden Tiere werden vorwiegend von der Männerwelt bevorzugt, wie der Bär, der Adler oder der Löwe. Es gibt aber auch viele Tiere, die von beiden Geschlechtern gerne ausgesucht werden. Dazu gehören vor allem die Schwalben, der Phönix oder der Hund. Tiere werden meist in der Stil Richtung Realistik tätowiert.

 9. Flora - Pflanzen :

Nach wie vor ist die unangefochtene Nummer eins bei den Pflanzen die Rose. Was früher die Palme für die Seefahrer als Erinnerung an die Südsee war, ist heute der Lotus, der im fernöstlichen Asia Stil eine sehr große Rolle spielt. Das hat sicher auch damit zu tun, dass sich zu den früheren Bedeutungen Reinheit der Seele, Erleuchtung und Schöpferkraft einige westliche Bedeutungen hinzugefügt haben, wie Liebe, Verbundenheit oder neuer Lebensabschnitt.

10. Realistic - Realistik :

Mit dem Tattoo-Stil Realistic bzw. Realistik werden in der Regel Portraits, manchmal auch Natur Motive tätowiert. Sie sollen so aussehen, als habe man sie fotografiert.


Neben den oben aufgeführten Haupt-Tattoo-Stilrichtungen gibt es noch andere Stilrichtungen, die sich aber in die zehn Haupt Stilrichtungen unterordnen lassen. So lässt sich z.B. der Bereich Portraits eher in die Stilrichtung Realistik einordnen als eine eigene Stil Richtung zu sein. Andere Begriffe, wie Drachen, sind eher Motiv-Richtungen als Stilrichtungen.
Trotzdem werden nachstehend Begriffe aufgeführt, die untergeordnet oder fälschlicherweise etwas mit Stil oder Style zu tun haben.


11) Natur - Stil :

Da nirgendwo eine festgeschriebene Definition besteht, findet man in den verschiedensten Erklärungen oder Tattoo-Lexikons die unterschiedlichsten Erklärungen. So fassen einige die Begriffe 8) Fauna und 9) Flora zu dem Stil "Natur" zusammen. Wir sind allerdings davon überzeugt dass eine Trennung in Fauna und Flora zwingend notwendig ist, denn sowohl Tiere als auch Pflanzen werden zum Teil in unterschiedlichen Stilrichtungen tätowiert. Ein Hase, der in die Tierwelt, also zu Fauna gehört, wird oftmals als Comic dargestellt. Eine Rose hingegen eigentlich nie. Sie wird wie alle anderen Blumen in der Regel neben Old School in Realistik dargestellt.

12) Religion :

In einigen fremden Aufzählungen wurden Religions-Motive und Drachen Tattoos als Stil Richtung bezeichnet. Für uns ist das eher eine Motiv Richtung, denn sowohl ein Religions-Motiv, als auch eine Drachen Tätowierung kann man in verschiedenen Grund-Stilrichtungen unterbringen, z.B. in Fantasy, Realistk, Fauna, Asia usw. Wenn die Jungfrau Maria tätowiert wird, sieht die Tätowierung wie ein Foto aus, also im Stil Realistik. Ein Drache hingegen kann sowohl im Comic Stil, wie in Realistik oder im Asia Stil tätowiert werden.

13) Drachen :

Obwohl das Drachen-Motiv manchmal als Dragon Style bezeichnet wird, ist es keine wirkliche Stil Richtung. Drachentattoos lassen sich eher in die Stilrichtung Fantasy einordnen. Wenn überhaupt, dann sind Drachen-Motive wie andere Motive auch eine untergeordnete Stil Art. Durch ihre extreme Arten- und Farben-Vielfalt werden asiatische Drachen wesentlich häufiger tätowiert als westliche Drachen.

14) Black-and-Gray :

... ist ebenfalls keine Stilrichtung, sondern bezieht sich auf die Farbgebung. Gegenüber Blackworks, bei denen das Tattoo ausschließlich voll schwarz ist, besteht das Black-and-Gray Tattoo aus Schwarz mit entsprechenden Grau-Schattierungen. Insbesondere mit der Stil Richtung Realistik wird in erster Linie in Black-and-Gray tätowiert.

15) Blackwork Tattoos :

Die Tätowierungen der Stilrichtung Blackworks werden vollflächig in schwarz tätowiert. Grautöne, wie bei Black-and-Gray, werden hier nicht verwendet. Darum sehen die Blackwork-Motive wie schwarze Scherenschnitte aus. Natürlich sind die Motive nicht nur große schwarze Flächen. Tätowierungen sind auch dann Blackworks, wenn sie aus filigranen Linien-Verbindungen oder Linien-Mustern bestehen oder aus einer Kombination aus Flächen und Linien.

16) Traditional :

Diesen Ausdruck bevorzugen einige, wenn sie die klassischen Oldschool-Motive meinen. Traditionals aber ist eher ein amerikanischer Begriff. Der Amerikaner kennt den Tattoo-Style "Oldschool" nicht. Er sagt stattdessen "Western-Traditional". In beiden Fällen, ob Oldschool oder Traditional, sie die zwischen 1920 bis 1960 modern gewesenen Seefahrer-Tattoos gemeint. Das waren die Leuchtturm-Motive, die Segelschiffe, die Schwalbe mit einem Liebesbrief, die Schlange, Banderolen mit und ohne Schriftzug, Pin-up Girls, Herz mit Flamme, Kreuz, Tiger- und Panther Kopf, Herz mit Dolch, Rose, Kanonen, Hände usw.

17) Neo-Traditionals :

Nicht nur die Tattoo-Vorlagen und die Tattoo-Motive werden von Jahr zu Jahr besser, auch die Tätowierer steigern sich in Qualität und Fantasie, sodass immer wieder neue Richtungen und damit neue Tattoo-Styles entstehen. Neo-Traditional ist eigentlich moderner "Old School-Tattoo-Style". Das bedeute, dass man die herkömmliche Art zu tätowieren: Dicke schwarze Outlines (Außenlinien) mit kräftigen Füllfarben in rot, blau, grün, übernommen hat, jedoch nicht mehr mit den früheren Seefahrer-Motiven, sonder mit modernen Tattoo-Motiven. Da wird z.b. Dath Vader aus Krieg der Sterne im Old School-Style tätowiert. Den gab es damals noch nicht. Da solche Motive immer öfter in Tattoo-Studios als Tattoo-Motiv angeboten werden, wird sich dieser Neue Stil "Neo-Traditionals" schon bald ganz von selbst verbreitet haben.

18) Celitc / 19) Ornamentik :

Sogenannte Celtics oder Keltische Tattoos sind für uns (noch) keine eigene Stilrichtung. Sie sind eher Bestandteil einer Untergruppe der Stilrichtung "Tribal". Sowohl Celtic-, wie auch Ornamentik-Tattoos haben die gleiche oder ähnliche Linienführung und Symmetrie wie Tribal.
Hauptmerkmal für keltische bzw. Celtic Tattoos: Sie habe eine in sich geschlossene Linienführung, bei der Anfang und Ende der Linie wieder zusammenkommen und somit das Motiv oder einen Knoten zu einer Einheit verschmelzen lassen.

20) Traditionelle Tribal :

Die traditionellen Tribal beruhen auf den Vorgaben alt überlieferter Strukturen und Linien der Ursprungsländer. Es handelt sich dabei um Tribal wie polynesische Tribal, Maoir- und Samoa-Tribal. Diese dienten nicht nur als schmückendes Element, sondern waren Ausdruck und Nachweis des Trägers unter anderem für seinen Stand oder seinen Besitz. Die Stilrichtung Tribal-Tattoo hat sich im Laufe der Zeit zumindest in den westlichen Ländern der neuzeitlichen Mode und der westlichen Fantasie angepasst. Dadurch entstand die Gruppe der modernen Tribal.


21) Moderne Tribal :

Neben dem unter Punkt 20 aufgeführten traditionellen Tribal gibt es inzwischen derart viele Varianten, die zwar die alt überlieferte Linienführung der traditionellen Tribal beinhaltet, aber nicht mehr nur Symbole darstellt, sondern Gesichter, Blumen und Fantasiegebilde, die man sich vor einigen Jahren noch gar nicht vorstellen konnte.

22) Portraits :

Ab und zu findet man eine Aufstellung, in der die Portraits als Tattoo-Stil bezeichnet werden. Wir stufen Portrait-Tattoos in den Stil "Realistik" ein, denn Portraits werden in der Regel als realistische Abbildung tätowiert. Wird ein Portrait einmal verfremdet, z.B. als Comic dargestellt, so gehört das in den Stil "Newschool".

23) Asiatisch :

Sowohl "Kanji", asiatischen Schriftzeichen, als auch "Irezumi", das japanische Ganzkörpertattoo, auch Bodysuit, stehen unter dem Oberbegriff "Asia-Tattoo". Lediglich von fachlich versierten Personen wird hier eine Abgrenzung vorgenommen.

24) Japanisch :

Die Haupt-Motive für eine japanische Tätowierung sind Drachen, Koi-Karpfen, Geishas, Lotus Blumen, Hanya Masken, Samurai usw. Meist werden derartige Motive vor einem Hintergrund aus stilisierten Wolken und Wellen tätowiert. Eine japanische Tätowierung ist selten nur ganz klein. Es werden meist größere Szenen dargestellt, in denen es oft auch um Schwertkämpfe oder bestrafte Geishas geht.

25) Ethno :

Ethno-Tattoos sind religiöse und spirituelle Symbole verschiedener Kulturen. Da sie auch als solche tätowiert werden, zählen wir sie als eine Untergruppe der Tribal. Ganz gleich, ob es sich um Symbole der Maori, der Indianer oder anderer Kulturen handelt - derartige Symbole werden als Tattoo-Motiv immer wieder gefragt und tätowiert.

26) Horror :

Obwohl auch dieser Begriff ab und zu in Aufstellungen von Tattoo-Stilen vorkommen, sind sie für uns zwar Sparten, ebenso wie z.B. Insekten-Tattoos oder Krieger-Tattoos, die auch kein Tattoo-Stil sondern nur Sparten sind.

27) Comic :

Eine Comic Tätowierung ist in der Regel eine Fun-, bzw. Spaß-Tätowierung ohne tiefe Bedeutung. Es handelt sich dabei um kunterbunte Vorlagen und fröhliche Motive von Marvel-Figuren bis hin zu Micky Maus. Comic-Tattoos sind meist ein Symbol der jeweiligen Zeit.

28) Dot-Works :

Manche bezeichnen Dot-Work als eigenständige Stilrichtung. Für uns ist Dot-Work eine Unter-Stil-Richtung der Tribal. Die Dot-Works, sogenannte Punkt-Tattoos, bestehen aus Hunderten von kleinsten Tattoo-Punkten, die zusammen eine bezaubernde Tätowierung ergeben.

29) Tebori :

Das aus dem Japanischen kommende Wort Tebori heißt übersetzt mit der Hand geschnitzt. In der Tattoo-Szene ist Tebori die traditionelle Methode, bei der nicht mit einer Maschine sondern per Hand tätowiert wird.
Im Tattoo Bereich bezeichnet der Begriff Tebori die traditionelle Arbeitsweise eines japanischen Tätowiermeisters mit einem Bambusstock, an dessen Ende ein Nadelbündel angebracht ist. Per Hand wird die Farbe von den Nadeln in die Haut geschlagen.
 
30) Biker Tattoos :

Auch wenn einige das Gegenteil behaupten, ist der Begriff Biker-Tattoo keine Stilrichtung, nicht einmal eine untergeordnete. Biker Tattoo ist eine Motiv-Richtung, ebenso wie Hunde Tattoos, Blumen Tattoos, Delphin Tattoos, Feuerwehr Tattoos oder Engel Tattoos. Hier trifft das zu, was am Anfang in der Einleitung erklärt wurde. Die Motive der Biker haben natürlich in erster Linie mit Motorrädern zu tun, mit Motoren, mit Harley Davidson und Adlern.

31) Der eigene Stil oder eine Kombination verschiedener Stil Richtungen :

Selbst über die bisher aufgeführten Stilrichtungen und Unter-Stilrichtungen hinaus gibt es weitere Arten eine Tätowierung zu stechen, mit denen Tattoo-Artisten ihren Tätowierungen einen ganz besonderen Stil aufdrücken. Es ist dabei wie bei weltbekannten Sängern oder Bands. Johnny Cash symbolisiert Country Musik, Elvis Presley Rock and Roll. Beide Weltstars repräsentierten nicht nur unterschiedliche Musikrichtungen sonder hatten beide ihren eigenwilligen, unverwechselbar eigenen Gesangs-Stil.
Bei Tätowierungen findet man ähnliches. Da tätowiert ein Europäischer Tätowierer Asia Motive. Da er aber eine ganz andere Beziehung zu den asiatischen Vorlagen hat als asiatische Tattoo-Liebhaber, wird er ganz andere Bedeutungen in seine Motive legen, und damit wird er die eigentliche Seele der ursprünglichen Bedeutung nicht in das Motiv einbringen können. Die von ihm geschaffene Tätowierung wird wahrscheinlich für jeden Europäer ein grandios gutes Asia-Motiv sein, aber eben nur ein europäisches. Ein Tätowierer der genau das für sich erkannt hat, sagte, er sei kein Japaner, und deshalb sei sein Asia-Stil eine Mischung aus Asia-Stil und europäischen Stil. Deshalb sei sein Stil ein Europa-Asia-Stil.

32. Europäisch-asiatischer Stil :

Der europäisch-asiatische Tattoo-Stil bedient sich der asiatischen Tattoo-Motive, ohne darauf zu achten, welche Funktion oder Bedeutung sie haben. Die Darstellungen sollen die wundervolle Ästhetik der asiatischen Vorlagen zeigen, ohne dass die Darstellung in ihrer Gesamtheit authentisch sein muss. Ein asiatischer Bodysuit (Ganzkörper-Tattoo) würde ohne logische Fehler tätowiert werden. In einem Sommer-Motiv würde es keinen Schnee geben und in einem Frühlings-Motiv keine reifen Früchte. In einem europäisch-asiatischen Bodysuit würde man auf derartige Authentizität keinen großen Wert legen. Es muss lediglich ansprechend aussehen - und genau das ist den europäischen Tattoo-Liebhabern in der Regel das Wichtigste.

33. Haida :

Der Begriff Haida steht für die echten Indianer-Tattoos der Haida-Indianer. Sie werden in schwarz-rot dargestellt und beinhalten als erste Gruppe insbesondere die Tiere und Gegenstände aus dem Lebensraum der Haida-Indianer. Zu der zweiten Gruppe gehören die guten und die bösen Dämonen und Geister, die den Alltag der Haida-Indianer begleiten und beeinflussen.
Die Motive im Haida-Stil ähneln in ihrer Strichführung ein wenig den Tribals der Maori. Die Linien im Haida-Stil sind jedoch weicher und runder und nicht so eckig und zackig wie bei den Tribals. Auch stellen die Motive im Haida-Stil neben Kultgegenständen in erster Linie Lebewesen dar, wie beispielsweise eine Eidechse, einen Frosch, einen Adler, ein Fisch oder ein Salamander. Innerhalb dicker schwarzer Umrisslinien stellen dünnere rote und schwarze Linien die Details dar.

34. Oriental :

Diese Bezeichnung wird recht wenig benutzt und ist eher ein Oberbegriff für asiatische, indische und japanische Tattoo-Motive. Manche Tätowierer benutzen den Ausdruck Oriental auch für die Technik, die sie bei der Erstellung einer Tätowierung anwenden.

35. Mexican-Style :

Der Mexican-Style stellt männliche und weibliche Köpfe in verzierter Form dar, wobei das weibliche Gesicht mit Haut und einer Totenkopf-ähnlichen Bemalung verziert ist, und der männliche Kopf einen reinen Totenschädel mit Verzierungen darstellt. Beide Köpfe sind Süßigkeiten nachgebildet, die aus Zucker, Marzipan oder Schokolade angeboten werden. Der Mexican Style ist der Oberbegriff für die beiden Untergruppen
a) La-Catrina - diesbezüglich sind die geschminkten Frauen-Gesichter gemeint, die oft auch als angedeuteter Totenschädel dargestellt werden. Die Verzierungen sind zum Teil Blumen-ähnlich, aber auch wie kleine Ranken oder bizarres Blattwerk dargestellt. Über den Lippen liegen meist senkrechte Linien, die den Eindruck erwecken, als seinen sie Lippen mit dünnem Garn zugenäht.
b) Shugar-Skull, auch Calavera genannt, zu deutsch Zuckerschädel. Die Darstellung ist ähnlich wie bei der Darstellung einer La Catrina, jedoch handelt es sich hier nicht um ein Frauengesicht, sondern um einen reinen Totenschädel, in der Regel männlicher Natur, mit Schneuz und Sombrero.